Einloggen

Passwort vergessen?

oder

Connect with Facebook

Noch nicht angemeldet?

Melde dich jetzt an und werde Teil der Prognose!

Kostenlos registrieren

Sicher zahlen mit Paypal

PayPal-Bezahlmethoden
PayPal ist der Online-Zahlungsservice, mit dem Du bei uns sicher, einfach und schnell bezahlen kannst — und das kostenlos.

Forum » Flüchtlings- und Asylblog

Beitrag 1 bis 10 von 1951 Beiträgen
Alternativlos

Flüchtlings- und Asylblog

Von Alternativlos am 29.07.2015, 22:47 Uhr
#1
Angesichts des Themas Nr. 1 in Deutschland, dem Flüchtlingsstrom (wird evtl. lt. ZDF das Unwort des Jahres 2015 werden), eröffne ich mal ein neues Thema - es stehen ja aktuell keine Wahlen vor der Tür.
Ich bin gespannt, welche Lösungsmöglichkeiten hier besonders die Vertreter der links/grünen Anhängerschaft haben, die auf Demos immer wieder laut rufen - Deutschland ist bunt und Refugees sind alle willkommen.

Anfangen möchte ich mit den neuesten Prognosen - vermutlich sind die Juli Zahlen schon einigen bekannt (weil sicher sehr sehr hoch). 600.000 werden in 2015 erwartet.

http://www.tagesspiegel.de/politik/fluechtlinge-in-deutschland-bundesamt-fuer-migration-rechnet-mit-600-000-schutzsuchende-2015/12116516.html

Darüber hinaus rechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit einer dauerhaft hohen Zahl von Asylbewerbern.

Man kann somit schon jetzt einmal anfangen und gewisse Hochrechnungen anstellen, auch in Bezug zu den erwarteten Zahlen einer perspektivischen "Familienzusammenführung". Sind hier 5 Personen pro Flüchtling zu niedrig oder zu hoch angesetzt? (Ehegatte, Kind, Geschwister )

isabell

RE: Flüchtlings- und Asylblog

Von isabell am 30.07.2015, 09:59 Uhr
#2
Hallo Alternativlos,da du mehrfach ein Verhältnis von 1:5 bei Familienzusammenführung von Flüchtlingen erwähnt hast,bist du in der Pflicht hierfür Quellen zu nennen.Alles andere ist unbillig oder Bild-Niveau.
isabell

RE: Flüchtlings- und Asylblog

Von isabell am 30.07.2015, 10:19 Uhr
#3
Schnellere Entscheidungsverfahren bei Asylprüfung wie in den Niederlanden oder der Schweiz sind durchaus sinnvoll. Aber bei der Einstufung sämtlicher Westbalkanstaaten als sichere Herkunftsländer wird es schon schwierig.
Wie bei Spon und FAZ zu finden,geht aus einem Bericht der Bundesregierung hervor, dass etwa ein Drittel der Flüchtlinge aus dem Westbalkan,die nach Syrien die zweitgrößte Gruppe bilden,aus Sinti und Roma bestehen.Zudem sind deren Anteile noch sehr unterschiedlich.Für Serbien,Bosnien und Mazedonien beträgt dieser 60-90%,während es für Albanien und Kosovo nur 9% sind.Da sollte man schon sorgfältiger vorgehen
BirnstinglausRom

RE: Flüchtlings- und Asylblog

Von BirnstinglausRom am 30.07.2015, 13:20 Uhr
#4
Schnellere Entscheidungsverfahren bei Asylprüfung wie in den Niederlanden oder der Schweiz sind durchaus sinnvoll. Aber bei der Einstufung sämtlicher Westbalkanstaaten als sichere Herkunftsländer wird es schon schwierig.
Wie bei Spon und FAZ zu finden,geht aus einem Bericht der Bundesregierung hervor, dass etwa ein Drittel der Flüchtlinge aus dem Westbalkan,die nach Syrien die zweitgrößte Gruppe bilden,aus Sinti und Roma bestehen.Zudem sind deren Anteile noch sehr unterschiedlich.Für Serbien,Bosnien und Mazedonien beträgt dieser 60-90%,während es für Albanien und Kosovo nur 9% sind.Da sollte man schon sorgfältiger vorgehen

Ich bin ja nicht der Pflichtverteidiger vom guten Alternativlos, aber auch bei den Roma vom Westbalkan sind die Voraussetzungen, Asyl zu bekommen, nicht erfüllt.
Sie leben in großer Armut, sind Diskriminierungen ausgesetzt, sie werden aber mit Sicherheit nicht aus rassischen, religiösen oder politischen Gründen verfolgt.
Alternativlos

RE: Flüchtlings- und Asylblog

Von Alternativlos am 30.07.2015, 13:55 Uhr
#5
@isabell
Bild Zeitungsniveau ist nicht meine Sache. Ich habe einfach eine Frage und eine Zahl in die Runde geworfen, in der Hoffnung, jemand von den vielen Experten hier, die sich mit Asyl ja so gut auskennen, wissen vielleicht die genauen Fakten. Ist das nicht mehr erlaubt?

Der Grund für meine Frage war folgende Meldung über "Kapazitätsprobleme wegen Familiennachzug"

http://www.echo-online.de/lokales/kreis-gross-gerau/buettelborn/kapazitaetsprobleme-wegen-familiennachzug_15900861.htm

"So habe in einer Nachbargemeinde ein einzeln aufgenommener Flüchtling seine zwei Frauen und neun Kinder nachgeholt, was die dortige Verwaltung vor eine große Herausforderung stellte. Auch in Büttelborn, wo der Platz für Unterkünfte ebenfalls knapp sei, könne man ähnliche Probleme bekommen. Denn wegen dem Familiennachzug könne sich die Anzahl der aufzunehmenden Flüchtlinge vervielfachen, erklärte Bürgermeister Rotzinger."

Das das mit dem Familiennachzug stimmt, kann man auch bei dieser Meldung sehen:

https://www.hessen.de/presse/pressemitteilung/erleichterter-familiennachzug-fuer-syrische-fluechtlinge-kann-beginnen


Natürlich holt nicht jeder Flüchtling gleich seine 2 (!) Frauen und 9 Kinder nach (insgesamt 11).
Deshalb bin ich auf die Zahl 5 gekommen. Ich denke das ist durchaus realistisch im Durchschnitt. Allerdings habe ich keine Quellen der entsprechenden Bundesbehörde dafür Isabell.

Und angesichts der enormen Flüchtlingszahlen (erwartet allein dieses Jahr ca. 600.000) kann man sich leicht ausrechnen, was da noch an Familiennachzug in der nächsten Zeit wahrscheinlich zu erwarten ist.
Ich denke nämlich, dass auch Flüchtlinge aus anderen Ländern ihre Familien nachholen können (und werden), oder gilt das nur für Syrer?


Was das alles für die Sozialsysteme in Deutschland bedeutet, kann man sich leicht ausrechnen. Schon jetzt warnen die Krankenkassen vor Mrd. Kosten, die sie nicht finanzieren können, wenn alle Flüchtlinge eine Krankenversicherungskarte bekommen und damit vollen Zugang zum dt. Gesundheitssystem haben.

Vor noch nicht allzulanger Zeit, wurde ja hier im Forum geschrieben, dass jeder Flüchtling ein Gewinn für Deutschland ist. Ich glaube es war die Bertelsmann Studie, die hier auch massiv verteidigt worden ist.

Angesichts der Klagen der Gemeinden und Länder über die Kosten durch Asyl, bin ich mir nicht so ganz sicher, ob das alles so stimmt.
Ebenfalls ist die Anzahl der Personen, die hier eine Aufenthaltsberechtigung erhalten und Sozialhilfe empfangen sehr sehr hoch.
Fachkräfte, von denen ja immer wieder geredet wurde, scheinen wohl nicht in der Mehrheit dieser Personengruppe zu überwiegen.
isabell

RE: Flüchtlings- und Asylblog

Von isabell am 30.07.2015, 15:07 Uhr
#6
Zitat BAMF:
Politisch ist eine Verfolgung dann,wenn sie dem Einzelnen in Anknüpfung an seine politische Überzeugung,seine religiöse Grundentscheidung oder andere Merkmale,die sein Anderssein prägen,gezielt Rechtsverletzungen zufügt...
Somit ist nach meiner Auffassung eine systematische Diskriminierung der Sinti und Roma in einigen Balkanländern (unter Duldung des Staates) aufgrund ethnischer Zugehörigkeit eine politische Verfolgung.
Übrigens werden in Deutschland Sinti und Roma die wenigsten Sympathien entgegen gebracht,deutlich weniger als (anderen) Asylbewerbern oder Muslimen.
isabell

RE: Flüchtlings- und Asylblog

Von isabell am 30.07.2015, 17:11 Uhr
#7
Da mir das Verhältnis von 1:5-wie von Alternativlos behauptet-extrem überschätzt vorkommt,habe ich eine erste Suche gestartet und zunächst folgende Zahlen zum Familiennachzug gefunden:
Für 2013:
Nachzug mit Visum 44000
Nachzug insgesamt 56000
Asylantäge 127000
Für 2014:
Nachzug mit Visum 51000
Asylantäge 202000
http://mediendienst-integration.de/migration/zuwanderungsrecht.html
In einer Studie des BAMF stand für 2010,dass 30% des Migrationsaufkommens in der EU auf Familiennachzug entfällt.Das passt ungefähr zu den ersten Werten.
Mit diesen Zahlen ergibt sich ein Verhältnis von 1:0,3 oder 1:0,4 vielleicht auch unter Berücksichtigung zeitlicher Verzögerungen von 1:0,5.Aber niemals 1:5.Das ist gnadenlose Propaganda.Einzelne Fallgeschichten machen sich natürlich besser als es selbst über Statistiken und Zahlen zu überprüfen.
Vielleicht bekommt jemand noch andere Vergleichswerte?
BirnstinglausRom

RE: Flüchtlings- und Asylblog

Von BirnstinglausRom am 30.07.2015, 17:13 Uhr
#8
Zitat BAMF:
Politisch ist eine Verfolgung dann,wenn sie dem Einzelnen in Anknüpfung an seine politische Überzeugung,seine religiöse Grundentscheidung oder andere Merkmale,die sein Anderssein prägen,gezielt Rechtsverletzungen zufügt...
Somit ist nach meiner Auffassung eine systematische Diskriminierung der Sinti und Roma in einigen Balkanländern (unter Duldung des Staates) aufgrund ethnischer Zugehörigkeit eine politische Verfolgung.
Übrigens werden in Deutschland Sinti und Roma die wenigsten Sympathien entgegen gebracht,deutlich weniger als (anderen) Asylbewerbern oder Muslimen.

Genau das glaube ich nicht, kein Roma aus einem Westbalkanland hat diesbezüglich gute Karten in einem Asylverfahren bei uns.
Es handelt sich durchwegs um keine gezielten Rechtsverletzungen, sondern um i. d. R. nicht auf staatlichem Recht basierende Diskriminierungen (z. B. bekommen Roma keinen Arbeitplatz etc.).

Ich persönlich schließe mich dem ba-wü Ministerpräisidenten Krestschmann voll inhaltlich an:

Rasche Abschiebung sämtlicher Asylwerber aus Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo, Albanien, Mazedonien, Serbien.

Beschleunigte Verfahren für Asylwerber aus Syrien, dem Irak oder Libyen. In diesem Fall ist wirklich unmittelbarer Handlungsbedarf gegeben, und die Bestimmungen für die Erteilung von Asyl erfüllt.
BirnstinglausRom

RE: Flüchtlings- und Asylblog

Von BirnstinglausRom am 30.07.2015, 17:19 Uhr
#9
Da mir das Verhältnis von 1:5-wie von Alternativlos behauptet-extrem überschätzt vorkommt,habe ich eine erste Suche gestartet und zunächst folgende Zahlen zum Familiennachzug gefunden:
Für 2013:
Nachzug mit Visum 44000
Nachzug insgesamt 56000
Asylantäge 127000
Für 2014:
Nachzug mit Visum 51000
Asylantäge 202000
http://mediendienst-integration.de/migration/zuwanderungsrecht.html
In einer Studie des BAMF stand für 2010,dass 30% des Migrationsaufkommens in der EU auf Familiennachzug entfällt.Das passt ungefähr zu den ersten Werten.
Mit diesen Zahlen ergibt sich ein Verhältnis von 1:0,3 oder 1:0,4 vielleicht auch unter Berücksichtigung zeitlicher Verzögerungen von 1:0,5.Aber niemals 1:5.Das ist gnadenlose Propaganda.Einzelne Fallgeschichten machen sich natürlich besser als es selbst über Statistiken und Zahlen zu überprüfen.
Vielleicht bekommt jemand noch andere Vergleichswerte?


Ich bin kein Experte für Fremdenrecht.
In den Berechnungen steckt meines Erachtens aber ein schwerer Fehler:
Du hast die Asylanträge angeführt und zum Familiennachzug in Relation gesetzt. Tatsächlich ist es aber so, dass nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Asylanträge positiv beschieden wird. Ich kenne die Zahlen für Deutschland nicht, sondern nur die einiger Staaten wie Italien, die Schweiz oder Österreich. Dort liegt der entsprechende Wert im langjährigen Mittel nur bei 10 - maximal 20 Prozent.
Alternativlos

RE: Flüchtlings- und Asylblog

Von Alternativlos am 30.07.2015, 17:44 Uhr
#10
@Isabell
Da hier wohl niemand die genauen Zahlen kennt, werde ich einmal das BAMF anschreiben. Ich bin gespannt, ob die mir darüber Auskunft geben. Wenn ja, stelle ich das Schreiben hier rein.

Das mit dem Wert 5 war nur eine Vermutung von mir, da ich davon ausgegangen bin, dass die meisten Flüchtlinge in ihrer ursprünglichen Heimat eine Familie haben müssten. Und generell ist in diesen Ländern auch die Kinderzahl höher als in Deutschland. Werte von 0,3 erscheinen mir deshalb auch viel zu niedrig, da ich mir nicht so richtig vorstellen kann, dass die Menschen ihre Familienangehörigen nicht nachholen und lieber alleine in Dtl. bleiben wollen. Aber warten wir mal die Antwort des BAMF ab, dann sind wir alle schlauer.
Leider gibt es hier in diesem Forum doch keinen Experten der gleich eine fachkundige Antwort parat hat.
Beitrag 1 bis 10 von 1951 Beiträgen