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Forum » USA

Beitrag 1 bis 10 von 933 Beiträgen
BirnstinglausRom

USA

Von BirnstinglausRom am 13.10.2015, 23:07 Uhr
#1
Schön langsam wird es in den USA spannend, die Vorwahlen der zwei großen Parteien rücken immer näher.
Bei den Demokraten liegt H. Clinton in den Umfragen zwar sehr deutlich vorne, Begeisterung kann sie aber überhaupt nicht erzeugen.
Für viele hat sie ein Glaubwürdigkeitsproblem, das sich aus verschiedenen Quellen speist. Der Emailverkehr in ihrer Zeit als Außenministerin bietet Angriffsflächen, sie ist Teil des politischen Establishments, spielt sich aber als Anwältin des kleinen Mannes auf, auf andere wirkt sie berechnend, kalt und herzlos. In den Umfragen distanziert sie den "Sozialisten" Sanders, wie er sich selbst nennt, deutlich, viele zweifeln aber an ihrem Geschick als Wahlkämpferin und befürchten, dass sie wie gegen B. Obama den kürzeren ziehen könnte. Diese Gruppe versucht, Vizepräsident J. Biden zur Kandidatur zu bewegen. Dieser lotet derzeit seine Möglichkeiten aus, in den Umfragen liegt er hinter Clinton und Sanders nur auf dem dritten Platz.

Bei den Republikanern liegt Donald Trump zwar noch vorne, er hat in den letzten Tagen aber deutlich an Boden verloren. Es ist letztlich sehr unwahrscheinlich, dass er sich in den Vorwahlen durchsetzen kann. Man geht davon aus, dass sich nach den ersten Vorwahlen das Kandidatenfeld deutlich lichten wird, die entsprechenden Stimmen aber größtenteils im Anti-Trump-Lager verbleiben, sich dann aber auf deutlich weniger Kandidaten verteilen werden:

Der Neurochirurg Ben Carson, aus einem Getto Detroits stammend, ist durch Trennungsoperationen von siamesischen Zwillingen bekannt geworden. Der Sieben-Tages-Adventist ist vor allem durch sehr konservative Positionen bekannt geworden.
Der Hardliner Marco Rubio, Senator für Florida, Kind kubanischer Exilanten, wird von der berühmt-berüchtigten Tea-party unterstützt.
Die frühere Hewlett-Packard-Managerin Carly Fiorina scheiterte bei dem Versuch, zur Senatorin für Kalifornien gewählt zu werden, mit Bomben und Granaten. H-P entließ sie ohne Angabe von Gründen, angeblich kassierte sie 21 Millionen Dollar Abfindung.
Ted Cruz, Senator für Texas, steht der Tea-Party nahe und besetzt rechtskonservative Positionen.
Jeb Bush, vormaliger Gouverneuer von Florida, ist bisher die negative Überraschung für die Meinungsforscher. Für viele hatte er als Favorit für die Nominierung durch die Republikanische Partei gegolten, er wird auch von großen Teilen des Parteiestablishments unterstützt, schneidet in den Umfragen derzeit aber verheerend ab - dies hat er nur zum Teil seinem Bruder George Bush zu verdanken, der in weiten Teilen der Bevölkerung nicht rasend beliebt ist.

Die beste einschlägige Seite mit einer Fülle von Infos, Links und Polls findet ihr unter
http://www.realclearpolitics.com/

Interessant sind die Umfragen zur Präsidentschaftswahl, die freilich auch recht gut zeigen, warum die Bedenken vieler Demokraten bezüglich H. Clinton so groß sind:
Clinton würde zwar Trump und Rubio knapp schlagen, liegt ihrerseits aber knapp hinter Bush und Fiorina und ziemlich deutlich hinter Carson.
isabell

RE: USA

Von isabell am 14.10.2015, 13:57 Uhr
#2
Vielen Dank für deine ausführliche Analyse,Birnstingl. In diesem Zusammenhang habe ich zwei Fragen:
1. Schadet Trump dem Ansehen der Republikaner bei der finalen Wahl,auch wenn er gar nicht deren Spitzenkandidat würde?
2. Warum ist es möglich,dass in den USA mit den Bush- und Clinton- und früher Kennedymitgliedern Familiendynastien die Regierungsgeschicke bestimmen?
BirnstinglausRom

RE: USA

Von BirnstinglausRom am 14.10.2015, 15:34 Uhr
#3
Vielen Dank für deine ausführliche Analyse,Birnstingl. In diesem Zusammenhang habe ich zwei Fragen:
1. Schadet Trump dem Ansehen der Republikaner bei der finalen Wahl,auch wenn er gar nicht deren Spitzenkandidat würde?
2. Warum ist es möglich,dass in den USA mit den Bush- und Clinton- und früher Kennedymitgliedern Familiendynastien die Regierungsgeschicke bestimmen?

ad1)Ja, Trump schadet der Partei mit seinen Ausfällen gegen Arme, Hispanics, asiatische Zuwanderer und Frauen. Wahlen gewinnt man in der politischen Mitte und indem man bei Wechselwählern punktet, diese einfach unglaublichen Dummheiten werfen aber einen dunklen Schatten auf die Reps genauso wie Aktionen der Tea-party-Bewegung.
Trump hat inzwischen zugesagt, sich dem Ergebnis der Vorwahlen in dem Sinne zu beugen, dass er im Falle einer Niederlage nicht als unabhängiger Präsidentschaftskandidat antritt. Ich traue ihm das allerdings durchaus immer noch zu, für diesen Fall ist die Wahl für die Republikaner mit Sicherheit verloren.

ad2) Das ist eine sehr gute Frage:
Die "New York Times" berechnete sogar schon einmal Wahrscheinlichkeiten - es sei 1,4 Millionen Mal wahrscheinlicher, Präsident zu werden, wenn es der Vater schon war (bei Senatoren liegt der Faktor "nur" bei 8.500, bei den Gouverneueren der Bundesstaaten "nur" bei 6000).
Eine zentrale Rolle scheinen Netzwerke zu spielen, auf die man zurückgreifen kann, im ökonomischen Bereich die Möglichkeit, den Kindern eine sehr gute, aber überaus teure Ausbildung ebenso finanzieren zu können wie später die sündteuren Wahlkämpfe. So wie in europäischen Adelshäusern wird über die Familien der führenden Politiker durchaus intensiv berichtet, die BürgerInnen sind mit diesen Personen also bestens vertraut, sie müssen sich auch "keinen Namen mehr machen" - ein mühsamer Prozess bleibt ihnen also weitestgehend erspart..





isabell

RE: USA

Von isabell am 14.10.2015, 23:09 Uhr
#4
Bei der von Birnstingl verlinkten Seite findet man interessante Umfragenvergleiche zwischen den aussichtsreichsten Demokraten und Republikanern.
In den aggregierten Paarvergleichen liegt Hilary Clinton nur gegen Trump und Rubio vorn,gegen Bush,Carson und Fiorina jedoch zurück.Allerdings wird sich das Bild nach der aktuellen Fernsehdiskussion der Demokraten wohl deutlich verbessern.
Joe Biden,der sich noch nicht zur Wahl gestellt hat,liegt hingegen in allen fünf Vergleichen mit den Republikanern vorn und wäre damit zur Zeit der bessere Kandidat.
BirnstinglausRom

RE: USA

Von BirnstinglausRom am 15.10.2015, 14:21 Uhr
#5
Bei der von Birnstingl verlinkten Seite findet man interessante Umfragenvergleiche zwischen den aussichtsreichsten Demokraten und Republikanern.
In den aggregierten Paarvergleichen liegt Hilary Clinton nur gegen Trump und Rubio vorn,gegen Bush,Carson und Fiorina jedoch zurück.Allerdings wird sich das Bild nach der aktuellen Fernsehdiskussion der Demokraten wohl deutlich verbessern.
Joe Biden,der sich noch nicht zur Wahl gestellt hat,liegt hingegen in allen fünf Vergleichen mit den Republikanern vorn und wäre damit zur Zeit der bessere Kandidat.

Ja, aus heutiger Sicht ist es die wesentlich höhere Hürde für Biden, die Vorwahl in seiner eigenen Partei zu gewinnen. Den republikanischen Gegner, wer auch immer das ist, würde er vermutlich schlagen.
revolutz

RE: USA

Von revolutz am 17.10.2015, 17:16 Uhr
#6
Dieses Vorwahlsystem ist schon komisch. Eigentlich kann man mehr Einfluss nehmen, wenn man dafür sorgt, dass die Gegenparteieine schlechten Kandidaten aufstellt, als wenn man für die eigenen Präferenzen wirbt.
BirnstinglausRom

RE: USA

Von BirnstinglausRom am 17.10.2015, 19:36 Uhr
#7
Dieses Vorwahlsystem ist schon komisch. Eigentlich kann man mehr Einfluss nehmen, wenn man dafür sorgt, dass die Gegenparteieine schlechten Kandidaten aufstellt, als wenn man für die eigenen Präferenzen wirbt.

Kann man so generell nicht sagen.
Jeder Bundesstaat kann die Vorwahlen durchführen wie er will.
Und so gibt es Vorwahlen in Form eines Caucus, bei denen z. B. im Gasthaus offen abgestimmt wird, oder Vorwahlen mit Wahlzelle und Wahlurne.
Genauso gibt es Bundesstaaten mit geschlossenen und solche mit offenen Vorwahlen, d. h. also die einen lassen nur Parteimitglieder wählen, die anderen jeden Interessierten, der sich z. B. registrieren lässt.
revolutz

RE: USA

Von revolutz am 18.10.2015, 20:16 Uhr
#8
Sag ich doch. Ich würde mich natürlich beteiligen und beim politischen Gegner einen schlechten Kandidaten pushen - wenn ich die Gelegenheit bekomme.
BirnstinglausRom

RE: USA

Von BirnstinglausRom am 18.10.2015, 21:55 Uhr
#9
Sag ich doch. Ich würde mich natürlich beteiligen und beim politischen Gegner einen schlechten Kandidaten pushen - wenn ich die Gelegenheit bekomme.

Du müsstest wohl den Trump wählen oder einen der Tea-party-Leute.
revolutz

RE: USA

Von revolutz am 20.10.2015, 23:14 Uhr
#10
Ich würde wohl einen krassen Tea-Party-Vertreter wählen. Dann hätte man nicht nur einen leicten Gegenkandidaten der Republikaner, sondern zusätzlich die Chance, dass Trump eine Konkurrenzkandidatur startet.
Beitrag 1 bis 10 von 933 Beiträgen