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Forum » Brexit

Beitrag 11 bis 15 von 15 Beiträgen
Hamburger

RE: Brexit

Von Hamburger am 02.04.2017, 19:46 Uhr
#11
Mal sehen, wie lange London noch ein so wichtiger Finanzplatz bleibt. Da wird sich bestimmt bald einiges nach Paris, Frankfurt oder Amsterdam verschieben.

Wahrscheinlich werden einige Banken die ein oder andere Abteilung ins EU-Ausland verlegen, um den Zugang zum Binnenmarkt zu sichern, aber auch nach dem Brexit werden Amsterdam, Paris und Frankfurt nicht mit London mithalten können.
Genau. UK ist jenes europäische Land, das den USA bei den Anteilen der Wirtschaftssektoren sehr nahe kommt, die Entindustrialisierung ist weit fortgeschritten.
London ist der wichtigste Börseplatz Europas. Um die ökonomischen Schäden durch den Brexit gering zu halten, wird man sich sehr stark an die USA annähern müssen. Was daran in Zeiten eines völlig unberechenbaren Trump so toll sein soll, muss man mir erst mal erklären.


Natürlich wäre es äußerst fahrlässig, wenn sich die britische Regierung bei den Brexit-Verhandlungen komplett unnachgiebig zeigen und voll und ganz Trump an den Hals werfen würde. Sie werden Zugeständnisse an die EU machen müssen, aber es kommt eben auf die Details an. Der Handel und die wirtschaftlichen Beziehungen insgesamt zwischen UK und der EU werden sich nicht einfach so in Luft auflösen, schließlich ist Großbritannien nach Deutschland noch immer die 2.größte Volkswirtschaft in Europa und etwa so groß wie die 20 kleinsten EU-Staaten zusammen.

Wie es in den USA weitergeht, kann natürlich niemand voraussehen. Ich hoffe weiterhin, dass Trump als Geschäftsmann noch seine wirtschaftliche Vernunft wiederentdeckt und der Handelskrieg mit Schutzzöllen, etc. ausbleibt. In seinem Beraterstab sind zumindest sowohl Befürworter des Protektionismus (Bannon), als auch des Freihandels (Mnuchin) vertreten. Außerdem stellt sich doch die weiterhin die entscheidende Frage, wie entsprechende Pläne eine Mehrheit im Kongress bekommen sollen, wenn sich die Republikaner schon bei der Gesundheitsreform nicht einigen konnten.

Der wichtigste Punkt ist aber meiner Meinung nach, dass die Briten langfristig denken müssen. Der Brexit wird Auswirkungen über die nächsten Jahrzehnte haben und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie bei der nächsten Rezession einfach so wieder in die EU eintreten werden. Trump hingegen wird (nur) für die nächsten Jahre US-Präsident sein, der wirtschaftspolitische Kurs der USA kann sich danach wieder drehen. Langfristig betrachtet werden die Briten schon einen Weg finden (müssen), um ihre traditionell engen Kontakte nach Amerika zu nutzen. Ein kurzer Draht zur mächtigsten Nation der Welt kann jedenfalls nicht schaden.

Grundsätzlich halte ich es sowieso für sinnvoll, sich weltpolitisch alle Optionen offen zu halten und nach allen Seiten zu orientieren, statt sich nur auf einen Partner zu verlassen. Eine teilweise Neuorientierung täte auch Deutschland bestimmt gut (Stichwort Russland-Sanktionen).
Linker_Trollalarm

RE: Brexit

Von Linker_Trollalarm am 02.04.2017, 20:42 Uhr
#12
Eine teilweise Neuorientierung täte auch Deutschland bestimmt gut (Stichwort Russland-Sanktionen).


Bin ich ganz entschieden dagegen.

Habe heute mehrere Berichte über Putin gelesen. Ist inzwischen der reichste Russe, der ein Vermögen von 40-200 Milliarden Euro angehäuft hat. Sein kongenialer Partner Medwedew verfügt inzwischen auch über einen zweistelligen Milliardenbetrag.
smily

RE: Brexit

Von smily am 02.04.2017, 21:01 Uhr
#13
Was Russland gerade alles falsch macht, würde einen ganzen Roman füllen. Hier kann es für Demokraten denen Menschenrechte wichtig sind auf absehbare Zeit keine Annäherung geben. Leider. Ein demokratisches Russland währe mir auch lieber.
Zurück zum Thema Brexit:

Der Artikel zeigt ganz gut auf, was der Finanzplatz in London zu verlieren hat. Und ich sehe nicht das GB das europäische Passportsystem behalten werden kann. Die Frage ist wie weit dieser Verlust auch die außereuropäischen Derivatenhandel beeinflussen wird.

https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5394246&s=brexit/
Hamburger

RE: Brexit

Von Hamburger am 02.04.2017, 21:36 Uhr
#14
Eine teilweise Neuorientierung täte auch Deutschland bestimmt gut (Stichwort Russland-Sanktionen).


Bin ich ganz entschieden dagegen.

Habe heute mehrere Berichte über Putin gelesen. Ist inzwischen der reichste Russe, der ein Vermögen von 40-200 Milliarden Euro angehäuft hat. Sein kongenialer Partner Medwedew verfügt inzwischen auch über einen zweistelligen Milliardenbetrag.



Selbstverständlich wäre auch mir ein Russland mit echter Demokratie und ohne korrupte Eliten mit Putin an der Spitze am liebsten, darin dürften wir uns alle einig sein. Entscheident ist aber doch immer, was man realistisch betrachtet von außen beeinflussen kann und was nicht. Die Sanktionen haben weder bewirkt, dass Russland annektierte Gebiete zurückgibt, noch dass eine Anti-Putin-Stimmung in der Bevölkerung entsteht. Es ist einfach utopisch zu glauben, man könnte so einfach einen Wandel erzwingen. Die Mehrheit der russischen Bevölkerung steht trotz Wirtschaftskrise weiter hinter Putin und wird ihn auch nächstes Jahr wieder wählen. Mit den Sanktionen bewirkt man einzig und allein Gegensanktionen und schneidet sich damit ins eigene Fleisch.
Linker_Trollalarm

RE: Brexit

Von Linker_Trollalarm am 02.04.2017, 22:08 Uhr
#15
Selbstverständlich wäre auch mir ein Russland mit echter Demokratie und ohne korrupte Eliten mit Putin an der Spitze am liebsten, darin dürften wir uns alle einig sein. Entscheident ist aber doch immer, was man realistisch betrachtet von außen beeinflussen kann und was nicht. Die Sanktionen haben weder bewirkt, dass Russland annektierte Gebiete zurückgibt, noch dass eine Anti-Putin-Stimmung in der Bevölkerung entsteht. Es ist einfach utopisch zu glauben, man könnte so einfach einen Wandel erzwingen. Die Mehrheit der russischen Bevölkerung steht trotz Wirtschaftskrise weiter hinter Putin und wird ihn auch nächstes Jahr wieder wählen. Mit den Sanktionen bewirkt man einzig und allein Gegensanktionen und schneidet sich damit ins eigene Fleisch.


Die Sanktionen schaden den Russen ganz massiv.

Und die Proteste gegen Putin nehmen deutlich zu. Dass er vermutlich wieder gewählt wird, ist wahrscheinlich, wobei wir es allerdings mit keiner demokratischen Entscheidung zu tun haben werden.
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